das schillervirtel
A5 / SW / 18 seiten mag von mir mit zeichnungen von
orten und gegenstaenden aus dem kasseler
schillervirtel, die mir besonders aufgefallen sind.
vielen dank an stephi für das vorwort und die gute zeit.
Das Schillerviertel ist fett.
Das dachte sich Stephi Love, als sie an einem seichten Spätsommerabend ihre Ge- danken gen Winter sandte. Sie wollte nicht alleine denken und fasste sich ein Herz und die gerade erdachten Dinge mal eben zusammen.
Damit begab sie sich auf den waghalsigen Weg in die selbstverständliche Selbstorganisation. Angekotzt von den Absurditäten ihres fachlichen Alltags und den noch größeren gesellschaftlichen Gemeinheiten, die das schwarze hessische Loch aus Wiesbaden so verunstaltet. Was soll nur werden? Was wird aus meinem kleinen Bruder und aus Mohammed und Lara, die dieses Jahr eingeschult wird?
Unsereins wird sich zu helfen wissen, wenn der Professorenstab der Uni Kassel, oder einer anderen Hochschule dieser Republik noch auf seine Pensionen wartet. Klar ist schwierig, die scheiße. Aber klagen auf hohem Niveau ist etwas uncool mittlerweile. Wenn die Kassen leer sind, gibt‘s immer noch genug Sprit für den Dienstwagen. Das ist das erste Grundprinzip des (gesellschaftlichen) Alkoholismus.
Die Uni Kassel wird laut Baustrukturplan bis 2015 auf dem ehemaligen Produktionsareal der Firma Gottschalk, Zelte & Tuche erweitert werden. Bis dahin ist niemand der derzeitigen Studierenden mehr hier. Zukunftsmusik zwar, aber fachlich für Planer interessant. Ham war auch schon mal gemacht, sind ja Studierende. Mittlerweile sind die durch den Senat beschlossenen Unterlagen auf den WeltWirtschaftsWahnsinns-Seiten der Universität auch wieder selbst einsehbar, gleich unterhalb des brandneuen Imagefilms, der ist auch einsehrbar, brauchste aber Realplayer für. Voll einfach. Konkurrenz wird im globalen Zeitalter groß geschrieben. Merk dir das. Deswegen wird auch umgebaut, irgendwann.
Neben der Realität des Studiums am Hopla verläuft die Holländische Straße und dahinter liegt das Schillerviertel. Du kommst nicht mal eben hin, wenn du zur Drospa im Regionalbahnhof (bald auch Haltestelle!) willst.
Die sechziger Jahre haben nämlich ein recht mächtiges Straßennetz entstehen lassen, das fleissig genutzt wird. Anwohner wissen diese Zentralität durchaus zu schätzen. Mehr als 20.000 KfZ pro Tag ist schon ziemlich krass. Versuch mal hinzulaufen, an die Ecke Erzberger. Viele Ampeln gibt es nicht, und wenn du zufällig deinen als Renterporsche getarnten Rollkoffer dabei hast, dann renn!
…
vielen dank an stephi für das vorwort und die gute zeit.
Das Schillerviertel ist fett.
Das dachte sich Stephi Love, als sie an einem seichten Spätsommerabend ihre Ge- danken gen Winter sandte. Sie wollte nicht alleine denken und fasste sich ein Herz und die gerade erdachten Dinge mal eben zusammen.
Damit begab sie sich auf den waghalsigen Weg in die selbstverständliche Selbstorganisation. Angekotzt von den Absurditäten ihres fachlichen Alltags und den noch größeren gesellschaftlichen Gemeinheiten, die das schwarze hessische Loch aus Wiesbaden so verunstaltet. Was soll nur werden? Was wird aus meinem kleinen Bruder und aus Mohammed und Lara, die dieses Jahr eingeschult wird?
Unsereins wird sich zu helfen wissen, wenn der Professorenstab der Uni Kassel, oder einer anderen Hochschule dieser Republik noch auf seine Pensionen wartet. Klar ist schwierig, die scheiße. Aber klagen auf hohem Niveau ist etwas uncool mittlerweile. Wenn die Kassen leer sind, gibt‘s immer noch genug Sprit für den Dienstwagen. Das ist das erste Grundprinzip des (gesellschaftlichen) Alkoholismus.
Die Uni Kassel wird laut Baustrukturplan bis 2015 auf dem ehemaligen Produktionsareal der Firma Gottschalk, Zelte & Tuche erweitert werden. Bis dahin ist niemand der derzeitigen Studierenden mehr hier. Zukunftsmusik zwar, aber fachlich für Planer interessant. Ham war auch schon mal gemacht, sind ja Studierende. Mittlerweile sind die durch den Senat beschlossenen Unterlagen auf den WeltWirtschaftsWahnsinns-Seiten der Universität auch wieder selbst einsehbar, gleich unterhalb des brandneuen Imagefilms, der ist auch einsehrbar, brauchste aber Realplayer für. Voll einfach. Konkurrenz wird im globalen Zeitalter groß geschrieben. Merk dir das. Deswegen wird auch umgebaut, irgendwann.
Neben der Realität des Studiums am Hopla verläuft die Holländische Straße und dahinter liegt das Schillerviertel. Du kommst nicht mal eben hin, wenn du zur Drospa im Regionalbahnhof (bald auch Haltestelle!) willst.
Die sechziger Jahre haben nämlich ein recht mächtiges Straßennetz entstehen lassen, das fleissig genutzt wird. Anwohner wissen diese Zentralität durchaus zu schätzen. Mehr als 20.000 KfZ pro Tag ist schon ziemlich krass. Versuch mal hinzulaufen, an die Ecke Erzberger. Viele Ampeln gibt es nicht, und wenn du zufällig deinen als Renterporsche getarnten Rollkoffer dabei hast, dann renn!
…